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Dienstag, 28. Februar 2012

die berlinkrise. 2.0.

....oder, was war schon die gefahr eines atomkriegs damals, gegen ein verwirrtes kleines maedchen und den realitaetsschock?

berlin und ich haben irgendwie eine komische beziehung zueinander. ich mag berlin, aber irgendwie immer erst, wenn ich wieder da war, denn vom prinzip her ist mir berlin unsympatisch.

 Undercut und Jutebeutel, ich trinke Club Mate
oder gibts den café latte auch mit Sojamilch? - I like! 

erstens mal; weil die ganzen hipster kinder da hin wollen. weil's fuer mein empfinden zu edgie, zu vintage, zu gewollt kreativ ist. doch jedes mal wenn ich wieder da bin, muss ich grinsen und denk mir "geile scheisse". 

 Genau, ich mach einfach einen Fashion Blog - geil!
Und laufe dann mit meiner Spiegelreflex durch Friedrichshain 

die ironie an dem lied ist, das ichs aufm weg nach berlin noch laut mitgegroelt hab,
ich feier dieses lied so hart. und wer is 2 stunden spaeter mit spiegelreflex durch friedrichshain gelaufen?
genau, ich. :D
 
wohnen mag ich da aber trotzdem nicht. 

berlin und ich sehen uns auch nie alleine, sondern irgendwie ist berlin immer eine kurzschluss entscheidung die meist genau einen monat vorher geplant und 2 wochen vorher gebucht wird. so war es anfang januar, und so war es anfang oktober 2009. 
beide male waren 1,95 grosse kerle mit braunen haaren der grund dafuer, die ich gerade erst kennen gelernt hatte, sie aber schon waaaahnsinnig toll fand. beides mal beschlossen wir, nach berlin zu fahren, fuer 2 tage und in einem tollen hotel zu naechtigen, shoppen zu gehen und zu zweit die stadt zu erkunden. 

intelligente leute haetten da ein muster erkannt und erstmal inne gehalten und gehorcht, nachdem es mit kandidat eins damals in traenen, depressionen und angeknaxten selbstbewusstsein endete. 

ich hingegen fand die idee super, und machte mich mit kandidat b auf den weg nach berlin. 

wie aehnlich sich die zwei wirklich waren und sind, sollte mir erst im laufe der zeit klar werden.

womit ich nicht rechnen konnte war aber, das durch berlin meine traumblase platzen sollte. und zwar mit einem knall. denn verbrachte man erstmal 36 stunden durchgehend mit einer person, kickte einem die realitaet gewaltig in den hintern.

und das fing schon beim gang durch berlin an. ich als politik und architektur freak sprang begeistert herum und machte von allem fotos, sah das ganze als kleines kunstwerk, durch das ich stolzierte. von der person neben mir kamen nur aussagen wie "daheim ist schoener" und "ist mir alles viel zu gross". 

ich ignorierte das. konnte der doch nicht ernst meinen, immerhin waren wir hier in berlin. doch er meinte das ernst. todernst sogar. das stueck "ich will hier weg" das ich zu viel hatte, hatte er wohl zu wenig. 

ich kam nicht umhin mich zurueck zu erinnern war es zwei jahre vorher abgelaufen war. damals hatten wir stunden beim shoppen verbracht und richtig spass gehabt. er hatte mir geholfen, die richtigen klamotten zu finden, mich beraten und nach 7 stunden waren wir erschoepft im kfc angekommen und hatten uns angegrinst. 

verglich ich gerade die schlimmste beziehung meines lebens mit dem hier? ich konnte nicht anders. die situation war zu aehnlich, um sie nicht mit einem vergleich zu wuerdigen. ich wuenschte mir dennoch innerlich, es nicht zu tun.
als ich in den naechsten laden alleine wankte, rief ich bianca an. irgendwer musste mir ja beistehen. "bibi ich dreh durch!", fluesterte ich hysterisch in den hoerer. 
"ich habs dir...." 
"wenn du mir jetzt sagst ich habs dir gesagt, komm ich persoenlich zurueck nach nuernberg und erschiess dich." 


ich marschierte aus dem laden und grinste ihn an. "also zurueck ins hotel, fertig machen?" 
er nickte und wir liefen zurueck, halbwegs redend. eigentlich redete ich die ganze zeit, weil ich die stille zwischen uns nicht ertragen konnte. bei der stille gibts zu viel zeit zum nachdenken, also rede einfach weiter. immer weiter.


das diese taktik genauso selten aufging, wie die idee mit 1,95 grossen, dürren, braunhaarigen kerlen nach berlin zu fahren schnallte ich in dem moment auch nicht. erst reden, dann denken mein motto. 


zurueck im hotel lagen wir auf dem bett aneinander gekuschelt und guckten simpsons. eigentlich genau das, was wir die letzten wochen ueber gemacht hatten - nichts. stille. so kam ich wenigstens davon ab, mir die ganze zeit zu denken, was ich mir dabei eigentlich gedacht hatte. machte ich mir hier die ganze zeit nur selbst was vor? war mir die ganze sache mit dem, "nur ein backup suchen" ueber den kopf gewachsen? 

wir hatten uns einfach nichts zu sagen. 


ich verwarf diesen gedanken. nein, nein, das wuerde schon werden...  ich sah zu ihm rueber. er grinste mich an und kuesste mich.  wie immer. da mussten wir wenigstens nicht reden.

verschwinde, monster. ich guckte auf mein iphone und sah das status update, von dem kerl wegen dem ich vor weihnachten so durchgedreht war. er postete ein video von der band, auf deren konzert wir spaeter gehen wuerden.
"ich werd spass haben!", murmelte ich in mich rein und freute mich insgeheim diebisch, das ich die band life sehen wuerde und er nicht.



es stellte sich raus das alkohol ihn wirklich gespraechiger machte, denn als ich nach dem fertig machen aus dem bad kam, hatte sich seine laune wie auch sein pegel deutlich gehoben.
holla die waldfee, ich fing an wieder positiver ueber die ganze sache zu denken. das wuerde schon werden....
shoppen war eben nicht sein ding, das konzert dafuer umso mehr. vielleicht wuerde sich ja die laune bessern und wir konnte aus diesem trip doch noch das beste rausholen. ich mein, ich haette genauso geguckt wenn er mich mit zum fussball gechleppt haette.

beim konzert angekommen, verschlug es uns erstmal an dir bar. wir bestellten beide bier und ich nuckelte genuesslich an der flasche. die erste band hatte schon angefangen und ich genoss es, wie die baesse durch meinen koerper wummerten. das hier war irgendwie eben doch meine welt und meine laune stieg gewaltig. 


er war gut drauf, ich war gut drauf - let's go, das konnte doch wirklich gut werden! 
ich lies den blick ueber die menge schweifen. die halle war klein, eher ein kleiner club. es waren vielleicht 200 menschen da, alle in unserem alter und alle wirklich begeistert von der band. ich grinste, doch das grinsen sollte mir so gleich im gesicht erfrieren.


"fuck...", murmelte ich mehr zu mir selbst, als zu irgendwem sonst. 
"was los?", fragte er und sah mich verwundert an. 
"ach nichts", murmelte ich, den blick auf die person fixiert, die ich so eben gesehen hatte.
"hab nur wen gesehen den ich kenne." 
"in berlin?"  er klang erstaunt.

ja in berlin. anscheiend konnte ich nicht mal mehr nach berlin fahren, ohne leute zu sehen die ich nicht sehen wollte. um genauer zu sein, die leute, die ich gerade am allerwenigsten sehen wollte.
himmel herr gott, was machten die denn hier? genau hier, in berlin? 500 km weg von daheim? 


War die Welt wirklich nur ein Dorf?

"magst du hingehen und hallo sagen?", fragte er. 


ich wollte gerade amliebsten weg rennen, um ehrlich zu sein. ich war mitten in einer fremden stadt, mit einem kerl dessen stunden in meinem leben irgendwie eh schon gezählt waren und meiner vergangenheit, die genau vor mir stand. ich wollt abhauen und mich im getümmel berlins verlieren, auf das mich keiner wieder finden wuerde. doch meine beine blieben versteinert. 
"nene, passt schon....", murmelte ich und nippte an meinem bier. 


fuckmofukkafuckshit. 

die band war mega, versteht mich nicht falsch. aber dieses merkwuerdige gefuehl in meiner magengrube wurde immer uebler. was sollte das denn schon wieder? konnte ich nicht mal einen lockeren abend in berlin verbringen, ohne irgendwelchen trouble? 

wieso kam ich eigentlich immer 
in solch komische situationen?

"lass uns rauchen gehen..." sagte ich, als die bands umbauten. 
ich musste raus hier. nikotin, mein freund und helfer. 

der alkohol lies unsere gespraeche aufbluehen und so rauchte ich gleich zwei stueck hintereinander, une ich versuchte, meine gedanken komplett auf ihn zu fixieren. 
du schaffst das, cadee! 

doch das gelang mir nicht lange, denn als ich zur tuer sah, kam mir ein dunkler haarschopf entgegen.

"du hier?", fragte ich, als er direkt vor mir stand. 
sein gesichtsausdruck war ungefaehr der gleiche wie meine, ein paar minuten zuvor.
"CADEE?!" rief er ueberrascht. 
er grinste und umarmte mich. "was machst du denn hier?"

wir redeten kurz. mein typ stand unbefangen daneben und beobachtete das ganze. ich stellte sie kurz einander vor. na gott sei dank waren wir alle 3 angetrunken. 
wenn er da war, musste auch der rest da sein. die gingen doch ueberall zusammen hin. 
ich schnaufte tief durch, schnappte mir die hand meines begleiters und lief wieder richtung konzertsaal. 


und da war er. den grund wieso ich weihnachten damit verbracht hatte, mir den kopf zu zermatern. ueber das fuer und wieder des lebens. ueber die ironie. 

jetzt machte es auch sinn, wieso er genau heute das video dieser band gepostet hatte. er war auch hier. er. verdammt. ich sollte mir einen anderen musik geschmack zulegen, und das naechste mal auf ein justin bieber konzert gehen. da wuerde ich wenigstens nicht gefahr laufen, in irgendwelche kerle reinzulaufen, die ich wirklich nicht sehen wollte. 

ich kam naeher. was wuerde ich jetzt sagen? hallo?

ich war ueber ihn hinweg, das wusste ich. in so weit hatte mein backupplan funktioniert. doch ihn wieder zu sehen, das war noch einmal eine ganz andere sache. "verhalte dich menschlich. nicht wie ein volldiot.", murmelte ich zu mir selbst. du schauckelst das. es ist fast 2 monate her. du kriegst das hin. 


zum glueck war mein selbstwertgefuehl so hoch...



"Hey!" brachte ich schliesslich heraus und blieb stehen. "Wie ihr einfach da seit!" 
Ich lachte. diesmal sogar ehrlich, denn die ironie dieses moments war einfach zu deutlich.
ich versuchte so unbefangen wie moeglich zu klingen. ich hatte keine ahnung wie er reagieren wuerde. seitdem hatte wir schliesslich nicht mehr wirklich viel miteinander gesprochen, und ich konnte mir in diesem moment wirklich jede reaktion vorstellen. 
wuerde er mich einfach ignorieren? wuerde er mich auslachen? wuerde er entsetzt sein?

als er merkte, das er mit dem "hey" gemeint war, sah er hoch. 
sein gesichtsausdruck war undeutbar. eine mischung aus zweifel und ueberraschung.


"cadee?", fragte er unglaeubig. 
Ich laechelte. 

dann fing er sich, stand auf und umarmte mich. sein bruder sass neben ihm, den hatte ich zuvor noch nie gesehen und so winkte ich verschuechtert und stellte mich vor. 
Er grinste, stand auf und umarmte mich ebenfalls. was fuer eine herzliche familie...


ich stellte meinen begleiter ebenfalls vor und die zwei jungs fingen ploetzlich an sich zu unterhalten. ich schaltete in diesem moment nicht wirklich ueber was, ich war viel zu verbluefft. da standen die zwei gruende fuer meinekopfschmerzen und unterhielten sich ganz locker ueber gott weiss was. 


doch lange innehalten blieb mir nicht, denn sein bruder quatsche mich an und wollte anscheinend eine antwort. ich schaltete wieder in normal modus und quatsche mit ihm. der war ja nett! eigentlich waren sie das alle drei. war alles wieder cool?

war das alles real? 
wo waren die kameras? 
war mein leben wirklich so eine scheiss reality show? 

als deren andere freunde kamen verabschiedeten wir anderen zwei uns zu einer der couches. 
ich wusste nur eins: ich brauchte meinen besten freund. und mein bester freund hies in dieser situation tequila. 


ich hängte mich an ihn dran und versuchte das gerade erlebte irgendwie zu verarbeiten. immerhin hatte ich mich ja mit den anderen zwei richtig gut unterhalten. also ganz normal jedenfalls.war also alles vergessen?
eigentlich haette es kein besseres aufeinander treffen geben koennen.. ich konnte durchatmen. der trouble und der herzschmerz von damals waren vergessen. nicht nur meine gefuehlswelt war wieder im einklang, nein auch zwischenmenschlich schien alles im lot zu sein.


no hard feelings - wie unsoapig. 


jetzt hatte ich nur noch die fronten mit dem kerl neben mir zu klaeren. ich grinste ihn an, er grinste zurueck. und irgendwie schien in diesem moment alles viel leichter zu sein.


auf dem konzert selbst lernten wir dann einen berliner kennen, der uns unter seine fittiche nahm, und so zogen wir ordentlich betrunken durch die strassen berlins. 
doch kaum in der bar angekommen, in die uns der berliner verschleppt hatte, war ich abgemeldet.


meine begleitung unterhielt sich nur noch mit dem einheimischen und ich sass an der bar, nippte an meinem getraenk und guckte die musikvideos, die an dem grossen flachbildschirm an der wand hingen. so hatte ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt. hatte der kerl denn ueberhaupt keine marnieren mich ins gespraech mit einzubinden?
ich kam mir vor wie bestellt und nicht abgeholt. ich hatte keine ahnung wie lang wir eigentlich da sassen, der alkohol nahm mir jegliches zeitgefuehl. aufjedenfall zulange. immer wenn ich rueberschaute, musste ich mir selbst eingestehen, das mir diese situation viel zu bekannt vorkam. und ich merkte gemeinsamkeiten, die mir so nie aufgefallen waren. war es das lachen oder die koerpersprache, irgendwas irritierte mich. 
kam ich wieder zu dem zurueck, was ich zwei jahre versucht hatte hinter mir zu lassen? 
ich schuettelte den kopf. nein nein, das konnte nicht sein, die waren doch voellig unterschiedlich. oder war ich etwa nur meinem "beuteshema" treu geblieben? zurueck zum altbekannten? zurueck zu.... nein. ich wollte schreien um es mir selbst begreiflich zu machen, das er und mein ex nichts gemeinsam hatte. er war doch ganz anders, lieb und hoerte mir zu und wir lachten zusammen und.... huch stimmt ja, das war ja mal. und das hatten ich mit meinem ex am anfang auch gehabt. ich war von mir selbst schockiert. verwirf diesen gedanken, du bist verwirrt!

in meinem kopf drehte sich alles und ich versuchte irgendwie den abend auf die reihe zu bekommen. doch ein klarer kopf war nach 4 tequila und zu viel bier leider irgendwie nicht mehr drin. ich wusste nur eins - ich hatte einen fehler gemacht. 


es war alles gut, die fronten waren geklaert und ich konnte mich trotz des vorweinachtlichen troubles wieder ganz normal mit ihnen unterhalten. ganz stink normal. die sache war vergessen, ich hatte mir einfach einen viel zu grossen kopf gemacht. wie sich im nachhinein dann rausstellte, sollte ich mit dieser betrunkenen situationsanalyse recht behalten. alles war wieder in butter, und wir verstanden uns wieder grossartig. sollte noch einmal jemand sagen zeit heilt nicht alle wunden...

-to be continued-






Montag, 27. Februar 2012

the last few months.

ich habe schon lange nichts mehr aus meinem "liebesleben" geschrieben; und das hatte einen grund. ich dachte ich sei verliebt. zumindestens hatte ich gefuehle fuer jemanden. und das hat mich dann doch ganz und gar aus der fassung gebracht. 


vorallem nachdem es zweimal hintereinander passiert ist. 

alles begann kurz vor weihnachten, als ich mir irgendwie selbst das herz gebrochen hatte, und alles so aus dem ruder gelaufen war, dass ich einen tag vor weihnachten heulend bei meiner schwester auf der couch sass, und nicht mehr aus nach ein wusste. dem vorangegangen war ein missverstaendniss und meine ueberreaktion darauf in form von einem "ich packe einfach alles was ich gerade finde in meine reisetasche, setz mich ins auto und hau zu meiner schwester ab". 
die hatte erst einen tag spaeter mit mir gerechnet und war dann etwas perplex als der anruf a la "ich bin in 15 minuten da, hol mich am gate ab" kam. ne stunde spaeter, hatte ich ihr und ihrem mann dann alles erzaehlt, und sass apatisch auf der couch. 

wie es in meiner familie ueblich war versuchten wir die probleme erstmal mit essen zu regeln. half nichts. irgendwann konnte mein schwager das trauerspiel nicht mehr mit ansehen und schaffte mich ins auto um den rest der familie vom flieger zu holen, als ich mich auf der haelfte der strecke halbwegs einbekommen hatte, stoppten wir im burger king. 

nach den feiertagen und meiner ueberfürsorglichen familie, die nicht umhin kam mich staendig mit "na wann isses bei dir endlich so weit mit heiraten" nervte, (ich bin eine der wenigen in der familie die mit 20 noch nichtmal verlobt ist), machte ich mich wieder auf den weg in die stadt des grauens, wo alle doofen sachen auf aufklaerung und konfrontation warteten.

zurueck in meiner untergangsstadt versuchte ich mich wieder aufzurappeln, und den kaese zu vergessen - also tat ich das einzig logische und ging feiern. und wie. um mein ego aufzubrezeln und alles zu vergessen. ihn zu vergessen. 


das klappte auch hervorragend - bis zum tag vor silvester. ich war mit meinem aller besten freund mit extras und dessen/unseren kumpels unterwegs. ich wusste einfach wen ich in manchen situationen anrufen musste. wir waren miteinander zwar noch nie bis zum ende gegangen.... aber wir waren uns was betrunkene knutschereien "und so" anging, seit drei jahren treu. und wenn nicht, hatte unser liebevolles verhaeltnis etwas von jordan und doctor cox. 
kurz gesagt, wir waren perfekt. 


als wir zu viert dann mega angetrunken zum 360° Club steuerten, verabschiedete sich meine erinnerung, allerdings bewiesen die bilder, die ich am naechsten tag auf meinem iPhone fand, das wir anscheinend eine ziemlich geile nacht gehabt hatten. es hat immer seine vorteile, den dj zu kennen und dann alles umsonst zu kriegen. anders ist mein zustand in einem club bei dem ein wodka bull 9 euro kostet, nicht zu erklaeren. 

ich sah es schliesslich als logische konsequenz der letzten wochen,
 endlich mit ihm zu schlafen. 

ich weiss bis heute nicht mehr genau, was an diesem abend eigentlich alles passiert ist, doch als ich am morgen des 31. Dezembers aufwachte lagen er und ich nebeneinander und grinsten. versuchten den abend irgendwie zu rekonstruieren und unsere moeder kopfschmerzen los zu bekommen. gegen 12 beschloss ich, ihn weiter schlafen zu lassen.

da meine strumpfhose kaputt gegangen war, schnappte ich mir eine seiner jogginghosen und versuchte so leise wie moeglich die wohnung zu verlassen, um ja nicht seinen mitbewohner zu wecken. natuerlich gelang es mir nicht.


kinder, hoeret mir zu und lernet, sich am tag vor silvester zu betrinken ist ne scheiss idee, denn dann hockste an silvester selbst auf der party und weisst nicht ob du den wodka vorm trinken tschuess oder nur "bis gleich" sagen sollst, und kommst auf komische gedanken. 


wie zum beispiel der, betrunkene sms a la "ich vermisse dich" zu schreiben, oder sich mit einer freundin um das handy zu streiten, weil sie es dir weg nehmen will, und du wie von der biene gestochen davon laeufst. (hoert sich genau so lustig an, wie es anscheinend aussah. liebeskummer, n kater und mehr alkohol sind ne scheiss kombi).


oder dem niedlichen kerl der neben dir sitzt vorzuheulen, wieso du um 12 niemand kuesst, anstatt ihn anzubaggern und dich von ihm kuessen zu lassen. fail. 


ich war also nicht ganz ich selbst, denn waere ich bei mir gewesen, haette ich um 12 nicht auf eine sms gewartet, sondern haette den blondschopf neben mir abgeschleppt. ich beisse mir dafuer uebrigens immernoch in den hintern, da sich blondschopf als ziemlich hochklassig herausgestellt hat. aber zurueck zum kontext. 


tags drauf lag ich wieder einmal mehr oder weniger still vor mich hinleidend im bett und verfluchte die welt und alle auf ihr. mein kopf haemmerte, mir war ends schlecht und mein gemuetszustand endgueltig am boden. verfluchte scheisse nochmal.

es musst ein plan her. 


ich pflege es etwas zu sagen, was sich immer wieder als wahrheit herausgestellt hat. 


"du kommst nur ueber jemanden hinweg, wenn du jemand anderen findest." 


mit diesem gedanken im hinterkopf blieb mir nur noch eine logische konsequenz - ich brauchte ein backup. jemanden der mir honig ums maul schmierte und den ich zutexten konnte, den ich daten konnte und somit endlich ueber mein vorweihnachtliches chaosgut hinweg kam. 


und ich hatte auch schon jemanden im blick. und es lief grandios - wir verstanden uns super und machten beim ersten date gleich aus, zusammen nach berlin zu fahren. der einzige haken war nur, das wir voellig unterschiedliche weltanschauungen hatten, die aber in der heimelichkeit des schlafzimmers beziehungsweisse eines netten gespräches bei starbucks nicht raus kam. 


und so lebten wir knapp vier wochen in einer art fantasiewelt. wir trafen uns jeden sonntag und kuschelten und redeten und alles schien perfekt.... doch spaetens als meine beste freundin zweifelnd die augenbraue hob, musste ich mit zusammengekniffenen augen in den hellen strahl der realitaet gucken.


"ihr passt nicht zusammen." Leni runzelte die stirn und sah mich mit ihrem ueblichen strafenden blick an. "und das weisst du auch." 


ich hatte leni endlich mal komplett von ihm und seiner lebensweisse erzaehlt, und dabei geschickt uebergangen, wie schrecklich ich das eigentlich fand....


"ER IST WAS VON BERUF?!" kreischte leni und verkniff sich ein lachen. "versteh mich nicht falsch, ich haette wahnsinnig gerne doppeldates und paerchen abende, aber...." 


ich kräuselte die lippen und warf ihr meinen "lass mir mein glueck!"-blick zu.
 "na solange du gluecklich bist." leni erzwang sich ein laecheln. 


ich wusste genau das sie recht hatte und genau das war das problem daran. ich wollte es einfach nicht wahrhaben. er war nun mal ein absolutes dorf kind. 

als ich dann bei einer freundin, die im selben dorf wohnte, zu besuch war, kam diese auf die geniale idee, in den intreff des kaffes zu gehen - und mich mitzuschleppen. normalerweisse haette ich schreiend protestiert, aber die chance ihn an diesem abend doch noch zu sehen und einbisschen seine welt kennen zu lernen, ueberzeugten mich, mitzugehen.



"du kannst doch da nicht mit high heels hingehen!" echauffierte sich bianca nach dem fertig machen. ich wusste noch genau, wie damals alle geguckt hatten, als mich bianca vor 2 jahren mit auf eine kirchweih im nebenkaff geschleppt hatte, und ich im jeans mini und schlagring shirt mit haarband ankam. teils aus protest und anti-dirndl-bewegung, teils weil ich das outfit damals einfach wirklich mochte. 
also ging ich mit high heels in die bauernkneipe. man musste nun mal seine prinzipien durchsetzten. und zu meinen prinzipien gehoerte es, am freitag abend nicht in turnschuhen aus zu gehen.....

- to be continued -







Montag, 12. Dezember 2011

man sieht sich immer 2 mal im leben. (schlussverkauf pt 2)

"zweimal storm bitte." anny drueckte mir die flasche in die hand, waehrend ich den raum unglaeubig nach bekannten gesichtern absuchte. niemand da, sehr gut. 
der boden blinkte in verschiedenste farben und aus den boxen wummerte elektro. ich war nicht oft hier, vielleicht ein bis zwei mal im jahr, wenn es hoch kam. house und elektro baesse im monotonem stil gespickt mit druffis und indies waren jetzt nicht meine traumvorstellung von einem samstag abend. aber gut, nun hatte ich schon 15 euro eintritt gezahlt, dann sollte ich auch meine shuffle qualitaeten zeigen.


ich bewegte mich zum beat der musik, und mir ging es erstaunlich gut dabei. ich blickte suchend durch den raum, nein, ich hatte nicht vor hier jemanden aufzureissen. aber gucken konnte ich ja mal. und als sich die diskokugel ueber mir drehte, erblickte ich am anderen ende des raumes ploetzlich jemanden.


er war niedlich, leger angezogen, jeans und t-shirt mit kapuzenpulli, wuschelhaare. er kam mir so verdammt bekannt vor, doch einordnen konnte ich  ihn nicht. ich tanzte weiter, lies mich vom beat quer durch den raum treiben, und hoch das bein! 


"lass uns mal rauchen gehen....", murmelte anny und zog mich hinaus in die kaelte. verdammte scheisse, ich wuerde mir hier saemtliche koerperteile abfrieren. ab ins raucherzelt also, von dem ich mir nicht sicher war, ob es beheizt war, oder ob es einfach nur durch den rauch der zahlreichen zigaretten aufgeheizt war. 


dicke rauchschwaden flogen durch den raum, als anny und ich uns eine weitere zigarette anzuendeten. 

"LADIES!" wir sahen hoch. annys dj freund war herein gekommen und begruesste uns mit einem dicken grinsen. 
"fettes set, wusste garnicht das du mittlerweile shcon richtig gross auflegst." 
"doch, doch du warst nur schon seit nem jahr nicht mehr hier!" 
ich grinste, und sah aus dem augenwinkel wie der typ von vorhin hereinschneite, und sich  keine 4 stuehle von mir weg niederlies. 


"anny, verdammt, guck mal, aber guck nicht direkt hin." 
sie grinste. "was mit dem?" 
"der is niedlich." 
sie nickte und grinste. mr dj sah nur verpeilt im raum herum. "wer jetzt?" 
"der kommt mir voll bekannt vor man.....", murmelte ich und versuchte angestrengt mich zu erinnern, woher ich ihn kannte. 


ploetzlich sah er mich auch an. und grinste.
ich sah verstohlen weg, nuckelte an meiner flasche storm und versuchte beim gespräch von anny und mr dj einzusteigen. vergeblich. 
ich sah wieder hin. er deutete in meiner richtung und grinste. 
"ach du scheisse, was war das denn fuer ne anmache?", dachte ich noch, doch  wurde von ihm gedanklich unterbrochen.

"du heisst doch cadee oder?" 
"ehmmmm.... ja", murmelte ich. 
mir stand ein fettes fragezeichen im gesicht. 


"kennste mich nicht mehr?" 
na anscheinend nicht, mister. ich ueberlegte angestrengt. war er ein freund von einem freund mit dem ich mich mal unterhaltren hatte? ein alter schulkamerad der ploetzlich gut aussah? 


anny und mr dj hatten das reden aufgehoert und sahen jetzt mich und mister x an. 


"charly m?" 


meine gesichtszuege entglitten mir. fuckmofukkafuckshit. 


"sag mal cadee, was machst du denn im charly m? du warst doch da nur einmal... ohhhh...." 


anny checkte wer das war. und mr dj auch. sie grinsten. ich stand zwischen grinsen und heulen. und purer peinlichkeit.


"oooh, ja klar, hi!" quetschte ich hinaus. 


es war der typ, mit dem ich vor ein paar wochen die sofas im assi club der stadt besudelt hatte. also nicht wirklich, aber so halb. und genau der, dem ich dann eine falsche handy nummer gegeben hatte, denn "ich wuerde ihn ja eh nie wieder sehen." 


"ich hab dich hier noch nie gesehen!" 


ja, ich bin normalerweisse auch immer rotzevoll im assi schuppen auf der couch zu gange. 


"jaaa, ich bin hier nur mal ausnahmsweisse. oefter hier?" 


er nickte. was behinderteres haette mir jetzt auch nicht mehr einfallen koennen. na oefter hier? ich trink ouzo, was trinkst du so? na schnitte, schon belegt? 

"japps, schon." 

memo an mich selbst, naechste mal fragste vorher nach wo deine ein-weg-maenner sich so rumtreiben. 


stille. mist. das letzte mal lief das besser. das letzte mal hat ich auch noch halbe flasche wodka und ne halbe flasche tequila intus. diesmal waren es zwei flaschen coffein-wasser. half nicht ganz so gut.


"ich hab dich damals versucht anzurufen, aber die nummer ging nicht."
"waas? oh, ja ehm, ich muss wohl n zahlendreher reinbekommen haben. ich war ganz schön voll damals...." 

er grinste. "oh achso...." 


stille. 


mist verdammter. 


"du, ich geh mal wieder rein, vielleicht treffen wir  uns spaeter nochmal zum rauchen?" 
"jaaaa, jaja klar, so in ner halben stunde?" 
er nickte, ich grinste, er verschwand und meine freunde verfielen in eine lachhysterie der ersten klasse. 


"du hast was im charly m aufgerissen?" 

ich nickte. auf den schock nochmal bisschen nikotin, bitte. 




Donnerstag, 8. Dezember 2011

was waere, wenn wir alle ploetzlich ehrlich waeren?

scheisse, der flirtete doch gerade mit mir. ich war verwirrt. naja, aber wir flirteten doch nie? also ich jedenfalls nicht. ich hatte viel zu viel angst davor das er rausfinden koennte,  dass ich ihn mag und sich dann ueber mich lustig macht. waere ja nicht der erste kerl aus dieser clique auf den ich stand - und der mich dann absägt. 

und so sass ich im bett vor meinem macbook, starrte den bildschirm an und versuchte iwas cooles zu sagen. iwas lockeres. das bekam ich doch auch sonst immer hin. eigentlich. aber nicht hier. warum? weil meine angst viel zu gross war, muell zu labern. das er denkt ich bin der totale freak. ich stand ja nicht auf ihn,  ich fand ihn einfach niedlich. aber zugeben? noe. ich war ja nicht voellig bescheuert. 

dann haetten die wieder was zu reden. und das letzte was ich wollte war, denen was zu reden zu geben. da blieb ich lieber verschlossen. und er auch. so wuerde das nie was werden. 

ich ueberlegte. wie waere es eigentlich, wenn wir uns einfach sagen wuerden, wenn wir uns moegen? ohne spielchen, ohne genecke, ohne irgendwas. einfach die wahrheit auf den tisch knallen. warum spielte alle welt spielchen? 

das hoerte ja nicht beim kennen lernen auf. 

so spielte der freund einer sehr guten freundin von mir seit wochen verrueckt. meldete sich nur sporadisch, gab staendig vor keine zeit zu haben, kam mit ausreden und zickte sie an. und gab ihr vorallem das gefuehl, sie sei an allem schuld.

das ende vom lied war, dass sie sich trennten. bzw er sich von ihr. weil es ihm zu viel stress wurde. zurueck blieb ein kleines, hilfloses maedchen. 

wie waere es, wenn wir das nicht mehr koennten. wie waere es, wenn wir ploetzlich ehrlich sein muessten. wenn es verpoent waere, um den heissen brei herum zu reden?

wie viele hoffnungslos verliebte seelen wuerden zusammen kommen, 
wieviele arschloecher wuerden aufwachen und erkennen, hey, vielleicht ist sie die richtige? 
wieviele skandale wuerden entstehen, wie hoch waere die scheidungsrate im gegenzug zu der rate an menschen die sich endlich verstehen wuerden?


was waere wenn wir einfach hingehen wuerden und sagen "hey, ich mag dich." 


was waere wenn das nicht falsch waere, wir nicht aufdringlich oder merkwuerdig waeren, sondern eine klare antwort zurueck bekaemen?


haben wir so viel angst vor zurueckweissung das wir uns hinter uns selbst verstecken? und was gibt uns genug selbstbewusstsein um uns nach allem was passiert ist, es doch immer wieder zu versuchen?


i'm wondering why we bother with love,
if it never lasts...

und so sitze ich hier und frage mich, wie es waere wenn ich es dir einfach sagen wuerde. wenn ich einfach sagen wuerde, lass uns aufn kaffe treffen, lass uns quatschen, bitte sei so, wie ich denke das du bist. lass mich die faszination aufgreifen die ich seit dem ersten mal hatte, als ich dich sah. klar, ich kling verrueckt. aber das passiert eben. in dieser welt...

Dienstag, 22. November 2011

unpassend.

"wer bist du eigentlich?" ich drehte mich um und sah ihn mit grossen augen an. dann lachte ich. 
"heeeeey, was machst du hier?", fragte ich und wuschelte mir im selben moment durch die haare. 
verdammte scheisse, wieso tauchte der hier auf? bei der arbeit? wo ich in zerissenen gammelhosen, viiiel zu grossen arbeitsshirt (die hatten keins mehr in s, deswegen renn ich mit l rum) und hochgezwirbelten haaren ein kleiner blasser abklatsch meiner selbst war. 

"wollte mal vorbei sehen." 

na schoenen dank auch. wo war er samstag abend, wenn ich gerade aus dem haus zum feiern stolziere und top aussehe? er hatte ein ding dafür, mich um 5 uhr nachts vorm club zu sehen oder in der arbeit oder wenn ich nur mal kurz zum supermarkt gehe.
ich jogginghosen, ungeschminkt und mit haaren die jeder verantworten trotzen. 

nein, er war stand genau jetzt vor mir. und ich stand da, mit kehrbesen in der hand und beseitigte das popcorn massaker dass das kleine terrorkind gerade angerichtet hatte. die gehoeren in den mund, nicht auf den boden, verdammte scheisse. 

"und.... wie gehts?" 
ich nickte. warum auch immer. 
"ja... schaffen." 

und da war sie wieder diese scheiss aroganz. dieses scheiss schutzschild. dieses "bitte verpiss dich endlich, ich will nicht das du mich magst." 

er lehnte sich auf die theke und grinste mich an. und ich kannte ihn doch erst siet 2 wochen. und schon hatte ich ihn gut gefunden. und er mich. und jetzt sah ich so aus.


"schickes outfit....." 


oke, das bedeutete krieg. 


wieso traf man leute eigentlich immer dann, wenn man sie nicht sehen wollte? 
in situationen, an orten oder in outfits wo man sich dachte 
"bitte welt verschone mich?" 


das war ja nicht das erste mal in dieser woche das mir sowas passiert war. 


ich sass gelangweilt in der arzt praxis, still in mich rein schimpfend wie scheisse es doch war, kein privatpatient mehr zu sein und jetzt beim scheiss hautarzt eine dreiviertelstunde im wartezimmer verweilen zu muessen, bis der gute herr endlich zeit hatte. 


ich verfluche dich, albino haut und ich versuche dich komisch aussehendes muttermal, das mir beim duschen so viel panik gemacht hatte das ich direkt zum hautarzt marschiert bin. und ich verfluche dich haut, das du nicht einfach braun sein kannst, ich verfluche dich solarium, da du so schaedlich fuer mich bist und mir doch so gut tust. ich verfluche euch verdammte uv strahlen, ja, richtig gehoert, wieso seit ihr eigentlich schaedlich und gebt mir nicht einfach nur den glueckshormon kick fuer den ihr so gut seit? 


also sass ich hier, zwischen verpickelten teenagern die durch den arzt von ihrem streuselkuchen erloest werden wollten. ja, ich geh zum pickelarzt, juhu, ich bin 20 jahre alt. verdammte scheisse hoert diese pubertaetskacke denn nie auf? 
ich hatte ja nicht dieses problem, aber die anderen dachten das wahrscheinlich. waere ja auch doof wenn ein kaesweises maedchen herkommt um zu fragen ob das solarium schaedlich fuer sie ist. das waere ja lustig. war es aber nicht. 


gestern hatte ich noch jemanden kennen gelernt, wobei kennen gelernt wohl einbisschen uebertrieben ist. der kerl hatte mich in facebook zugelabert, weil er mich so toll fande. auf den bildern sah er nett aus, doch ich hatte ihn schon ein paar mal in echt gesehen und war mal wieder ueber das koennen von photoshop mehr als erstaunt. er wusste allerdings anscheinend nicht wer ich bin - wie gut das ich so ein gutes gedaechtnis hatte und er nicht, denn sohatte er mich den lieben langen tag lang mit komplimenten ueberhaeuft. und ich hatte ihn in einer charmanten art und weisse abgewiesen. so fand er mich anscheinend noch toller. 


hach, das spiel von jagd und ziel. 


als ich von der bunten aufsah, blieb mir jedoch fast der atem stecken. da stand genau der typ von gestern von mir mit seiner kleinen schwester und guckte sich im raum suchend nach einem platz um. 
ich packte alle meine sinne zusammen und konzentrierte mich wieder auf die illustrierte vor mir. 
das war ja noch schlimmer als die kino geschichte....


und so wollte ich ihm in meiner jogginghosen-gammelpulli-chucks-kombo doch nicht das bild des erhabenen maedls kaputt machen. auch wenn das eigentlich mehr zum schutz meines egos war. 


"bitte, bitte erkenn mich nich." 


ungeschminkt, mit hochgezwirbelten haaren und in den gammeligsten klamotten die es auf diesem erdball zu finden gibt. und das noch beim pickeldoc!
so stellt man sich doch das erste treffen vor! 
waeren wir in hollywood, wuerde er jetzt herkommen, mir die straehnen aus dem gesicht wischen und "du bist toll heirate mich" säuseln. waren wir aber nich. wir waren in einer bayerischen kleinstadt. da passierten solche sachen nicht. da blieben die bauern unter sich. 


"Frau...." 
Ich sah auf, er sah auf, ich sah weg und direkt die schwester an, die es einfach nicht hinbekam meinen nachnamen richtig auszusprechen. verdammte scheisse, da ist nur ein g im namen, wieso sprach es jeder so aus, als wuerde man es mit zwei g's schreiben?
ich stand auf, legte die illustrierte zurueck zu ihren freunden und verlies den raum ohne noch einmal zurueck zu sehen. wollen wir hoffen, dass der kerl nicht wusste wie ich mit nachnamen hies. 
immerhin gab es den ja nicht so haeufig, vorallem nicht hier. 




sind wir einfach zu eitel um uns im klaren licht unserer selbst zu sonnen, ohne heels, make up und geordneten haaren? 
und warum hatte ich immer dieses verdammte glueck, leute in den unmoeglichsten situationen anzutreffen? 



Dienstag, 8. November 2011

schlussverkauf.

mir war schlecht, und zwar verdammt schlecht. es war halb 6 uhr morgens und ich sass mit schmerzenden fuessen vor einem club, der dank sperrstunde erst in 30 minuten aufmachen wuerde. ich war fertig fuer den abend, hatte alles erlebt, doch meine freunde wollten noch bleiben. sie wollten weiter tanzen. 
"fuuck.", murmelte ich und stuetzte meinen kopf auf die haende. 
"cadee, alles klar?", hoerte ich meine freundin fragen. sie schien ganz weit weg. "musst du dich uebergeben?" 
ich schuettelte den kopf. noe, ich war oke. noch. doch die shots & der billige wodka hatte seinen teil zu meiner uebermuedung beigetragen. und das ich den ganzen tag nichts gegessen hatte, trotz 8 stunden arbeit, wohl auch. 
die ueberreste der clubszene kamen zusammen um noch einmal gas zu geben, zu einer uhrzeit, zu der ich normalerweisse gerade aufstehen wuerde, um in die schule zu gehen. morgen schon waren die ferien vorbei. morgen war montag. das hier war schon laengst sonntag morgen und nicht mehr samstag nacht. 


als wir endlich rein konnten, platzierte ich mich an der bar und bestellte mir etwas zum trinken. zum kontern oder um meine muedigkeit zu besiegen, das wusste ich nicht so richtig. alles was ich wusste war, das ich hier nicht sein sollte. es war doch schon viel zu frueh und ich hatte doch noch so viel zu tun....
meine maedls gingen tanzen und ich beobachtete sie. ich haette mir nicht so viel ausgeben lassen sollen, aber es war umsonst und er war niedlich und nett gewesen. hatte sich wahrscheinlich mehr erhofft, doch ich wollte nur tanzen. nach wochen der feier abstinenz war das endlich mal wieder ein abend in freiheit, an dem ich gas geben konnte. 


ich lies meinen blick schweifen. 


afterhour war anscheinend nichts anderes als ein schlussverkauf im schuhladen. der "alles muss raus" verkauf bei der schliesusng eines ladens. 
alles was ich sah waren ueberbleibsel. die, die in der nacht nichts gefunden hatten, und jetzt die ueberreste abgrasten, in der hoffnung auf einen letzten treffer, um nicht alleine nachhause zu gehen. es kam mir vor, als haette jeder hier mit dem eintritt ein rotes "sale" schild um den hals bekommen. bitte, bitte nimm mich....
das maedchen, das ihr ego noch pushen muss, weil sie heute nacht wieder nichts angetanzt hat. das wuerde einfach werden, mussten sich die maennlichen vertreter hier wohl denken. 
denn die flirterei war offensichtlich und unverfrohren. 
das einzig offensichtlichere waere ein schild mit der aufschrift "ficken?"
nein danke, ich habe kein interesse. ich will nicht die 2te wahl. ich will auch nicht die 8te oder 9te wahl oder welche wahl auch immer du darstellst. 
ich schuettelte mich. so betrunken konnte doch keiner sein um mit einem typen wie dem abzuhauen, der mich gerade vom anderen ende der bar aus angrinste. wiederlich. 


ich drehte mich angewiedert um und beobachtete das geschehen. wenn ich mich jemals ueber den paarungstanz in den normalen clubs lustig gemacht habe, musste ich nun alles zurueck nehmen. ich sah die pure verzweiflung wie sie ihren hintern gegen die dicken kloeten eines anderen rieb. 


und dann sah ich ihn. 
er stand gelangweilt bei seinen jungs, wippte von einem fuss auf den anderen und nippte gelegentlich an seinem bier seine kumpels, allesamt nicht erwaehnenswert, tanzten wie die affen auf und ab. sie passten 1 a ins bild -  er schien wie ein ausserirdischer. 
er war wie das letzte schoene kleid im schlussverkauf bei h&m. wenn alles schon aus den regalen gerissen wurde, und man versucht, irgendwas schoenes aus den resten zu finden, und man es dann in der ecke liegen sieht. DAS kleid. in der eigenen groesse. 
er sah viel zu gut aus, um hier zu sein. sein stil war fabelhaft, seine braunen haare luden dazu ein, einfach durchzuwuscheln und seine augen hatten die exakte farbe einer haselnuss. 


ich kam nicht umhin ihn anzusehen. die ganze zeit. es lag wahrscheinlich an meiner trunkenheit, denn die schamgrenze, nicht ganz so auffaellig hinzustarren war mir egal. 


was machte er bei all der ausschussware? 


war er wie ich einfach wie auf einem besuch im zoo, wo man sich die tiere ansah, ohne gleich mit dem bären den bauch zu kraulen? waren wir die besucher und sie die tiere?


er hatte mich auch bemerckt, was mich endlich dazu brachte, den kopf zu drehen und weg zu sehen. ich musste grinsen. verdammter tequila, das hatte ich auch schonmal besser hinbekommen. ich sah wieder hin. er hatte den blick nicht von mir abgewendet - und grinste. 


moment, dachte er ich waere freiwild? ich sah wieder weg. und wieder hin. er sah weg, musterte das deprimierte paerchen auf der tanflaeche und lachte. seine jungs schienen es nicht zu bemerken und bewegten sich weiterhin wie schimpansen.
er sah wieder zu mir. ich lachte ebenso. und so lachten wir beide. einfach so. 


er drehte sich und nickte richtung einer tuer. ich guckte ihn verstaendnislos an. meinte er ueberhaupt mich? und wo wollte er hin? 
er ging mit seinem fingern zum mund, und signalisierte mir, das er rauchen gehen wollte. mit mir. weg von der freakshow. ich war verwirrt, der tequila tanzte seinen samba in meinem kopf unentwegt weiter. ich wuerde diese nacht sowas von bereueh. ich stand auf und folgte ihm hinaus. 


aussen strahlte mir die sonne entgegen. wie spaet war es denn schon? 
ich sah ihm auf einem der sofas sitzen. er musterte mich von oben bis unten und grinste. ich setzte mich neben ihm und nahm eine der zigaretten, die er mir entgegenstreckte. 


"hey...."


er laechelte. es folgte ein herzhafter smalltalk mit vielen lachern, bei dem wir uns ueber den rest der anwesenden gaeste ausliessen. und ich gaehnte irgendwann so sehr, das er lachen musste. 
"du ich geh rein und frag mal wann wir gehen. war schoen dich kennen gelernt zu haben." er grinste und nicke mir zu. ich lief hinein. innen sah es immernoch so aus als waere es gerade einmal 2 uhr, alle tanzten und es war stockdunkel. 


"wann gehen wir?", meckerte ich meine freundin an. sie ueberlegte. "in ner halben stunde?" ich nickte und setzte mich zurueck auf meinen hocker. sollten die sich noch austoben, ich wuerde dem barkeeper hier gleich was vorschnarchen. 


"na du?" ich drehte mich um. er stand wieder hinter mir und grinste. 
"na, bleibste der zombiefabrik noch erhalten?" ich nickte. 
er grinste und nahm meine hand. er nickte mit dem kopf. er hatte es wohl nicht so damit, den leuten zu sagen, wohin er wollte. 
ich schuettelte den kopf. "ich bin muede....", murmelte ich. 
"lass uns tanzen..." ich schuettelte den kopf und spuerte die muedigkeit in mir aufkeimen. ich war zu alt fuer diesen kaese.... 
"aber ich will mit dir tanzen...." 
ich laechlte, schuettelte aber dennoch den kopf. ich drehte mich um. er stuetzte seinen kopf neben mir auf der bar auf. "du bist viel zu huebsch um hier zu sein." 
ich drehte mich zu ihm und grinste ihn an. "hoer auf zu schleimen...."
mir war bewusst was er versuchte. wie konnte es das auch nicht sein. es war offensichtlich und es lag in der luft. an diesem sonntag morgen hatten wir eine chemie, eine chemie die nur wir zwei spueren konnten, zwischen grinsen und lachern und vorallem, zwischen blicken. 
"aber das tu ich doch garnicht.....", murmelte er und kam mit seinem gesicht naeher an mich. 
ich kicherte. er war so nah an mir das ich seinen atem auf meiner haut spueren konnte. 
"ich bin muede....", murmelte ich erneut. 
"ich weiss..." sagte er. seine lippen kamen gefaehrlich nahe an die meinen. und ich war mir nicht sicher ob es seine naehe oder der tequila war, der in meinem kopf alles ganz schwummrig machte. seine lippen beruehrten meine, und meine anspannung loeste sich. 


"wollen wir rueber auf die couch gehen?", fragte er mich. 
der alkohol kickte wieder voll ein. doch mir war es egal. er kuesste gut, und immerhin war er mein fundstueck. es war 8 uhr morgens und was hatte ich zu verlieren?
auf der couch angekommen, brachte er alles zur geltung was ich nie gedacht hatte. er war lieb, zaertlich und doch wusste er was er wollte. mich. nur fuer diesen moment und nach einer langen nacht. doch das war gerade egal. 


"cadee?" meine maedls suchten mich. 


ich lies von ihm ab, grinste ihn an und stand auf. 
"bleib da!", sagte er und griff meine hand. aha, er konnte also doch anweisungen geben. 
"ich muss los, tut mir leid." 
sein laecheln verschwand und er sah mich traurig an. konnte ich mein massgeschneidertes kleid einfach hier lassen? doch wie gross war die versuchung das es am naechsten morgen nicht mehr passen wuerde? 
"gib mir wenigstens deine nummer...." 


er reichte mir sein handy und ich tippte eine nummer ein. die falsche. 
dieser moment hier, war zu gut gewesen, um ihn durch ein weiteres mal zu ruinieren. 
in meinem schwummrigen bewusstsein war es der kleine edelstein gewesen, das perfekte kleid beim schlussverkauf..... 
und ich hatte nicht vor mir das von der realitaet kaputt machen zu lassen. 

Mittwoch, 12. Oktober 2011

hey baby, can i get you something?

LADIES; ich muss mal aufräumen. und zwar mit den klischees mit denen ich so liebend gerne spiele. 

in meiner funktion als popkornverkaeuferin im kino (lacht nicht; das ist mein erster schritt ins filmgeschaeft ehehehehe) bekomme ich taegliche einige lustige paerchen mit. 
seien es haesslich und huebsch, haesslich und haesslich und "boah bekommt ihr mal geniale kinder". doch eines haben sie alle gemeinsam - den streit, wer den kram schliesslich bezahlt.

mich persoenlich krazt das ja ziemlich wenig; hauptsache die kasse klingelt & ich krieg noch trinkgeld, deswegen nehm ich einfach den schein der mir als erstes entgegen gestreckt wird, bevor vor der theke die schlacht ausbricht, wer sein hart angespartes geld fuer ueberteuerte maisprodukte hinausschmeisst. 

ich erlaeutere mal eben die situation, und wage zu wetten das einige von euch selbst schon drin gesteckt haben. 


maennlein und weiblein stehen eine halbe stunde (!!!!!!) vor der menue tafel und versuchen herauszufinden ob sie nun lieber nachos oder popcorn haetten. haben sie diese welt veraendernde entscheidung dann endlich getroffen, kommen sie zu beliebiger verkaeuferin um die ihre meinung nach gut durchdachte entscheidung vorzubringen. 
"einmal popcorn, bitte." "welche groesse?" schweigen. 
als haette ich sie gerade nach der 24 kommastelle bei pi gefragt, stehen die potentiellen geschlechtspartner erst mal da, und wissen nicht weiter. "normal."
"ham wa nich." 
und nun kommt der einsatz des maennchens. "was willst du denn?" 
gekicher und ein schuechtern wirken sollendes (grammatik yuchee) spielen mit den fingern, wahlweisse auch mit den haaren folgen vom weibchen. "weiss nich..." 
während bei mir im kopf anfaengt die jepordy melodie zu erklingen, versucht das maennchen einen auf dicke hose zu machen. "wir nehmen einmal popcorn gross und ehm, was willst du trinken?" "weiss ich nicht, cola?" cola schien die ultimativ loesung fuer leute zu sein, die nicht wissen, was sie wollen. so wie eltern die "aufeinmal" ein kind bekommen, den kleinen fratz john nennen, weil ihnen gerade nichts besseres einfaellt. 
"8,80 bitte.", murmele ich. 
und nun kommt der show down. 
während sie noch unsicher in ihrer tasche herumkramt, hat er schon seinen geldbeutel gezueckt und gibt mir das geld. dann sagt sie schoen "aber nein, ich zahl schon." und er sagt "passt schon" und laechelt. dann kichert sie und sagt artig "danke." 




was ich euch damit schon wieder sagen will? 


das unsere art, den mann zum zahlvorgang zu bringen peinlicher ist, als ich dachte. 
glaubt mir, ich war genau so. schoen nach dem geldbeutel kramen, damit man nicht so aussieht als wuerde man sich aushalten lassen wollen, aber insgeheim hoffen das er zahlt. weil sich das trotz emanzipation so gehoert. 


nun gibt es eine gute und eine schlechte nachricht. 


die schlechte ist, fuer jegliche zuschauer wirkt das ganze absolut berechnend und durchschaubar, amüsant. die gute ist, fuer euren kerl ist das ganze voellig oke. 


er will ja schliesslich zahlen, aber er will auch sehen das ihr zahlen wuerdet. warum? weils hoeflich ist. wenn ihr von anfang an ohne viele umschweife davon ausgeht das euer kerl eh immer zahlt kommt das so, als wuerdet ihr ihn ausnehmen. und das moegen maenner genau so wenig wie wir. also spiel die starke frau und zuecke deinen geldbeutel. 

sollen kerle immer fuer uns zahlen?


noe. es ist nett wenn ers macht - aber davon ausgehen wäre törricht. wenn ihr also nicht wisst, ob er zahlen wird, habt um himmels willen immer was dabei - der "ich hab mein geld vergessen" spruch ist viel zu ausgelutscht. 
immerhin sind wir ja immernoch starke frauen mit eigenem einkommen, die ihre mahlzeiten wunderbar selbst bezahlen KÖNNTE. 


wann sollte ein mann zahlen? 


da gibt's ein ganz einfaches prinzip. wenn er dich zum essen, kino etc einlaedt wird er WAHRSCHEINLICH zahlen. weil du ein nettes maedchen bist, revanchierst du dich dann. 


ein beispiel: er zahlt die karten, holt dich mit dem auto ab. dann kannst du fuer popcorn sorgen oder das parkhaus zahlen. und bestehe darauf mindestens ein was zu zahlen - das kommt nett und zuvorkommend und er weiss, das er sich nicht so ein schickimickiluxus weibchen angeschafft hat. (wirkt zickig, moegen jungs nich so. ausser herr von und zu kommt mit louis gurtel, burberry schal und moncler jacke.) 


natuerlich muss er nicht immer zahlen, vorallem nicht wenn ihr euch schon laenger trifft. zahl du mal nen kaffe oder bring ihm einen mit, etc etc, das ist doch selbstverstaendlich.
du kannst dich natürlich auch damit revanchieren, dass du ihm mal was schoenes kochst, dann revanchiert er sich mit ner flasche sekt und du dich mit... naja lassen wir das. 



was lernen wir daraus?


das jäger phänomen haben wir schon zur genüge besprochen. unser liebes männchen will uns umgarnen und uns zeigen "ich kann dich ernaehren". uns zum essen einzuladen ist sozusagen einbisschen moderner als wuerde er uns mit einem "uga uga" einen eigens erlegten bueffel vor die haustuer knallen. 
ist alles aus der uhrzeit uebernommen. männchen hat guten job, kann fuer mein essen bezahlen, unter bewusst denkt sich unsere gebährmutter "super, die nachfolge ist gesichert." und unsere hueften denken sich "super, ich muss keine hungersnot fuerchten." 


alice schwarzer wuerde bei diesen aussagen einer modernen karrierefrau wahrscheinlich in ohnmacht fallen, aber meiner meinung nach koennen maenner auch gern mal fuer nen abend gentleman spielen (inklusive tueren aufhalten, stuhl rausziehen, mantel abnehmen) wenn sich uns schon in die horizontale befoerdern moechten. 







Montag, 19. September 2011

antesten. abchecken. abblitzen.

ich wunderte mich immer, wenn er mich wieder anschrieb. wochenlang war er mir hinterher gerannt, bis er anscheinend sein letztes bisschen wuerde zusammen kratze und es aufgab. er war niedlich gewesen, waere da nicht seine unsaegliche dummheit. 
ein einziges sarkasmuss schild hatte nicht gelangt, und so verbrachte ich die meiste zeit mit ihm mit unterschwelligen witzen auf seine kosten, die er irgendwie nicht blickte. es war der einzige spass den ich hatte, wenn er da war. kuessen konnte er, das hatte ich herausgefunden, als ich eine art suchte ihm zum schweigen zu bringen. es wirkte.

irgendwann aber, da wollte ich nicht mehr. er wollte eindeutig mehr, was er auch wunderbar im ganzen freundeskreis rumerzaehlte, und ich hatte angst das nach einer beziehung mit ihm meine lippen wund waeren. also beschloss ich, keine zeit mehr zu haben. meine ausreden wurden immer ausgefuxter, und irgendwann so doof, das ich mir selbst nicht mehr geglaubt haette. er kaufte sie trotzdem. 

bis er anscheinend irgendwann aufgab. 

von da an meldete er sich nur noch sporadisch, so cirka einmal im monat, um nach meinem befinden zu fragen. ich gab stets vor schwer beschaeftigt zu sein (was ich teilweisse auch war), aber bestimmt irgendwann mal wieder auf einen kaffe zeit zu haben. in welchem leben auch immer.

ich redete ganz gern ab und zu mit ihm, er gab mir ein gutes gefuehl, da er mich offensichtlich anhimmelte und nebenbei noch ganz gut aussah. was mich gestoert hatte waren seine DREI (!!!) kleiderschraenke und sein allgemeiner modesinn. es machte mir angst, wenn ein typ versuchte mich einzukleiden, immerhin war ich mit lauter nerds aufgewachsen, die ich umstylte. achso, und da war noch seine kommentare, das frauen eigentlich hintern herd gehoerten und auf die karriere verzichten sollten. mein kommentar dazu war, das maenner auch keine frauenhosen tragen sollte. dazu hatte er dann nichts mehr gesagt. 

als er mich heute anschrieb, war ich irgendwie nicht verwundert. es war der normale small talk, bis ich ihn fragte, was er denn zurzeit so taete. er haette eine neue, sagte er mir. nun gut, und was genau hatte ich damit zu tun? "viel glueck!", wuenschte ich, und wuenschte mehr ihr glueck denn ihm. wobei sich dumm und dumm ja gern gesellten. 

wieso erzaehlte er mir eigentlich von ihr? das sie blond und vollbusig war, schrieb er. ja, das klang nach ihm. ich grinste. das war das abtesten. ich grinste das er ein halbes jahr gebraucht hatte, eine andere als mich zu finden, doch ich lies ihm den spass. 
er erzaehlte weiter von ihe. das er ihr nicht haette wiederstehen koennen. aha, langsam wurde es offensichtlich.

er wollte mich eifersuechtig machen & mir zeigen, das ich meine chance verpasst hatte. das ich ihn damals abgeschossen hatte, hatte er anscheinend immernoch nicht gemerckt. ich grinste breiter und wuenschte ihnen abermals viel glueck. 
ich stehe nunmal auf starke frauen, gestand er. wie zum beispiel dich. 

nun lachte ich. eine starke frau die ihr leben lang fuer ihm an herd stand und sein flittchen im bett war wuerde dann doch einbisschen schwerer sein. ich kochte gern ab und zu fuer meine jungs, doch das rollenbild, das er mir vermittelt hatte, war wahrscheinlich aus einem buch von 1837. 
er fuhr also die emotionale schiene. ich griff nach einem schockoriegel, als popcorn ersatz und stellte meinen laptop vor mir auf. gibs mir baby! 

wieso hatte es eigentlich damals nicht zwischen uns geklappt? ich applaudierte. nein wirklich, ich fragte mich wie lange er fuer diese konversation gebraucht hatte, wahrscheinlich hatte er sich sie lange ausgedacht. perfektioniert. er wollte mein emotionales kaestchen kraulen, das ich ihn aus later sehnsucht fragen wuerde, ob er uns nicht nochmal eine chance gab. 

nun war ich an der zeit zu antworten. "ach weisst du, du schriebst abi und ich hatte mit arbeit und praktikum zu tun...", log ich. ich war viel zu nett zu dem armen kerl. 
 "wir idioten.. dabei mochten wir uns doch so."

ich lachte herzhaft. ich mochte ihn wenn er die klappe hielt. schoen anzusehen war er, aber die wortkotze, die aus seinem mund kam, haette ich von einem sonderschueler erwartet, nicht von einem gymnasiasten. 

"ja, so spielt das leben!", grinste ich und versuchte meinem geschreibsel dramatik hinzuzufuegen. war ich boese wenn ich ihm hoffnungen machte? wahrscheinlich wuerde das nun eh wieder nur boese fuer mich enden, weil ich mir wieder ausreden ausdenken musste.

mich amuesierte sein verhalten. ich fand es schon immer schoen, wie verdammt berechenbar er gewesen war. keine herausforderung, nur kindisch. 

"jetzt ists eh zu spaet." 


ich nickte. nun wollte er wahrscheinlich das ich ihm theatralisch gestand, wie sehr ich ihn noch mochte. ich unterlies es und schrieb einfach ein "jaaa....." 
nun konnte er frei interpretieren. ready, set, go kopfkino! 


"ich wollte dir nochmal fuer die schoene zeit danken." 


bitte, gerngeschehen. 


ich kicherte. geschrieben. nocheinmal wuenschte ich ihm viel glueck. er bedankte sich, ich sagte bitte. dann kam nichts mehr. war wohl nicht so gelaufen, wie er sich das vorgestellt hatte.... 


ich grinste, stellte mein macbook zur seite und widmete mich wieder dem fernsehprogramm. das wars dann wohl.... ich verdueckte eine imaginaere sarkasmuss traene, und versuchte mir mein leben mit ihm vorzustellen. 


genug mit dem nonsense, dachte ich mir. ich lachte und wartete auf das neueste glamour par, in der nuernberger high society...