berlin und ich haben irgendwie eine komische beziehung zueinander. ich mag berlin, aber irgendwie immer erst, wenn ich wieder da war, denn vom prinzip her ist mir berlin unsympatisch.
Undercut und Jutebeutel, ich trinke Club Mate
oder gibts den café latte auch mit Sojamilch? - I like!
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Genau, ich mach einfach einen Fashion Blog - geil!
Und laufe dann mit meiner Spiegelreflex durch Friedrichshain
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die ironie an dem lied ist, das ichs aufm weg nach berlin noch laut mitgegroelt hab,
ich feier dieses lied so hart. und wer is 2 stunden spaeter mit spiegelreflex durch friedrichshain gelaufen?
genau, ich. :D
berlin und ich sehen uns auch nie alleine, sondern irgendwie ist berlin immer eine kurzschluss entscheidung die meist genau einen monat vorher geplant und 2 wochen vorher gebucht wird. so war es anfang januar, und so war es anfang oktober 2009.
beide male waren 1,95 grosse kerle mit braunen haaren der grund dafuer, die ich gerade erst kennen gelernt hatte, sie aber schon waaaahnsinnig toll fand. beides mal beschlossen wir, nach berlin zu fahren, fuer 2 tage und in einem tollen hotel zu naechtigen, shoppen zu gehen und zu zweit die stadt zu erkunden.
intelligente leute haetten da ein muster erkannt und erstmal inne gehalten und gehorcht, nachdem es mit kandidat eins damals in traenen, depressionen und angeknaxten selbstbewusstsein endete.
ich hingegen fand die idee super, und machte mich mit kandidat b auf den weg nach berlin.
wie aehnlich sich die zwei wirklich waren und sind, sollte mir erst im laufe der zeit klar werden.
womit ich nicht rechnen konnte war aber, das durch berlin meine traumblase platzen sollte. und zwar mit einem knall. denn verbrachte man erstmal 36 stunden durchgehend mit einer person, kickte einem die realitaet gewaltig in den hintern.
und das fing schon beim gang durch berlin an. ich als politik und architektur freak sprang begeistert herum und machte von allem fotos, sah das ganze als kleines kunstwerk, durch das ich stolzierte. von der person neben mir kamen nur aussagen wie "daheim ist schoener" und "ist mir alles viel zu gross".
ich ignorierte das. konnte der doch nicht ernst meinen, immerhin waren wir hier in berlin. doch er meinte das ernst. todernst sogar. das stueck "ich will hier weg" das ich zu viel hatte, hatte er wohl zu wenig.
ich kam nicht umhin mich zurueck zu erinnern war es zwei jahre vorher abgelaufen war. damals hatten wir stunden beim shoppen verbracht und richtig spass gehabt. er hatte mir geholfen, die richtigen klamotten zu finden, mich beraten und nach 7 stunden waren wir erschoepft im kfc angekommen und hatten uns angegrinst.
verglich ich gerade die schlimmste beziehung meines lebens mit dem hier? ich konnte nicht anders. die situation war zu aehnlich, um sie nicht mit einem vergleich zu wuerdigen. ich wuenschte mir dennoch innerlich, es nicht zu tun.
als ich in den naechsten laden alleine wankte, rief ich bianca an. irgendwer musste mir ja beistehen. "bibi ich dreh durch!", fluesterte ich hysterisch in den hoerer.
"ich habs dir...."
"wenn du mir jetzt sagst ich habs dir gesagt, komm ich persoenlich zurueck nach nuernberg und erschiess dich."
ich marschierte aus dem laden und grinste ihn an. "also zurueck ins hotel, fertig machen?"
er nickte und wir liefen zurueck, halbwegs redend. eigentlich redete ich die ganze zeit, weil ich die stille zwischen uns nicht ertragen konnte. bei der stille gibts zu viel zeit zum nachdenken, also rede einfach weiter. immer weiter.
das diese taktik genauso selten aufging, wie die idee mit 1,95 grossen, dürren, braunhaarigen kerlen nach berlin zu fahren schnallte ich in dem moment auch nicht. erst reden, dann denken mein motto.
zurueck im hotel lagen wir auf dem bett aneinander gekuschelt und guckten simpsons. eigentlich genau das, was wir die letzten wochen ueber gemacht hatten - nichts. stille. so kam ich wenigstens davon ab, mir die ganze zeit zu denken, was ich mir dabei eigentlich gedacht hatte. machte ich mir hier die ganze zeit nur selbst was vor? war mir die ganze sache mit dem, "nur ein backup suchen" ueber den kopf gewachsen?
wir hatten uns einfach nichts zu sagen.
ich verwarf diesen gedanken. nein, nein, das wuerde schon werden... ich sah zu ihm rueber. er grinste mich an und kuesste mich. wie immer. da mussten wir wenigstens nicht reden.
verschwinde, monster. ich guckte auf mein iphone und sah das status update, von dem kerl wegen dem ich vor weihnachten so durchgedreht war. er postete ein video von der band, auf deren konzert wir spaeter gehen wuerden.
"ich werd spass haben!", murmelte ich in mich rein und freute mich insgeheim diebisch, das ich die band life sehen wuerde und er nicht.
es stellte sich raus das alkohol ihn wirklich gespraechiger machte, denn als ich nach dem fertig machen aus dem bad kam, hatte sich seine laune wie auch sein pegel deutlich gehoben.
holla die waldfee, ich fing an wieder positiver ueber die ganze sache zu denken. das wuerde schon werden....
shoppen war eben nicht sein ding, das konzert dafuer umso mehr. vielleicht wuerde sich ja die laune bessern und wir konnte aus diesem trip doch noch das beste rausholen. ich mein, ich haette genauso geguckt wenn er mich mit zum fussball gechleppt haette.
beim konzert angekommen, verschlug es uns erstmal an dir bar. wir bestellten beide bier und ich nuckelte genuesslich an der flasche. die erste band hatte schon angefangen und ich genoss es, wie die baesse durch meinen koerper wummerten. das hier war irgendwie eben doch meine welt und meine laune stieg gewaltig.
er war gut drauf, ich war gut drauf - let's go, das konnte doch wirklich gut werden!
ich lies den blick ueber die menge schweifen. die halle war klein, eher ein kleiner club. es waren vielleicht 200 menschen da, alle in unserem alter und alle wirklich begeistert von der band. ich grinste, doch das grinsen sollte mir so gleich im gesicht erfrieren.
"fuck...", murmelte ich mehr zu mir selbst, als zu irgendwem sonst.
"was los?", fragte er und sah mich verwundert an.
"ach nichts", murmelte ich, den blick auf die person fixiert, die ich so eben gesehen hatte.
"hab nur wen gesehen den ich kenne."
"in berlin?" er klang erstaunt.
ja in berlin. anscheiend konnte ich nicht mal mehr nach berlin fahren, ohne leute zu sehen die ich nicht sehen wollte. um genauer zu sein, die leute, die ich gerade am allerwenigsten sehen wollte.
himmel herr gott, was machten die denn hier? genau hier, in berlin? 500 km weg von daheim?
War die Welt wirklich nur ein Dorf?
"magst du hingehen und hallo sagen?", fragte er.
ich wollte gerade amliebsten weg rennen, um ehrlich zu sein. ich war mitten in einer fremden stadt, mit einem kerl dessen stunden in meinem leben irgendwie eh schon gezählt waren und meiner vergangenheit, die genau vor mir stand. ich wollt abhauen und mich im getümmel berlins verlieren, auf das mich keiner wieder finden wuerde. doch meine beine blieben versteinert.
"nene, passt schon....", murmelte ich und nippte an meinem bier.
fuckmofukkafuckshit.
die band war mega, versteht mich nicht falsch. aber dieses merkwuerdige gefuehl in meiner magengrube wurde immer uebler. was sollte das denn schon wieder? konnte ich nicht mal einen lockeren abend in berlin verbringen, ohne irgendwelchen trouble?
wieso kam ich eigentlich immer
in solch komische situationen?
"lass uns rauchen gehen..." sagte ich, als die bands umbauten.
ich musste raus hier. nikotin, mein freund und helfer.
der alkohol lies unsere gespraeche aufbluehen und so rauchte ich gleich zwei stueck hintereinander, une ich versuchte, meine gedanken komplett auf ihn zu fixieren.
du schaffst das, cadee!
doch das gelang mir nicht lange, denn als ich zur tuer sah, kam mir ein dunkler haarschopf entgegen.
"du hier?", fragte ich, als er direkt vor mir stand.
sein gesichtsausdruck war ungefaehr der gleiche wie meine, ein paar minuten zuvor.
"CADEE?!" rief er ueberrascht.
er grinste und umarmte mich. "was machst du denn hier?"
wir redeten kurz. mein typ stand unbefangen daneben und beobachtete das ganze. ich stellte sie kurz einander vor. na gott sei dank waren wir alle 3 angetrunken.
wenn er da war, musste auch der rest da sein. die gingen doch ueberall zusammen hin.
ich schnaufte tief durch, schnappte mir die hand meines begleiters und lief wieder richtung konzertsaal.
und da war er. den grund wieso ich weihnachten damit verbracht hatte, mir den kopf zu zermatern. ueber das fuer und wieder des lebens. ueber die ironie.
jetzt machte es auch sinn, wieso er genau heute das video dieser band gepostet hatte. er war auch hier. er. verdammt. ich sollte mir einen anderen musik geschmack zulegen, und das naechste mal auf ein justin bieber konzert gehen. da wuerde ich wenigstens nicht gefahr laufen, in irgendwelche kerle reinzulaufen, die ich wirklich nicht sehen wollte.
ich kam naeher. was wuerde ich jetzt sagen? hallo?
ich war ueber ihn hinweg, das wusste ich. in so weit hatte mein backupplan funktioniert. doch ihn wieder zu sehen, das war noch einmal eine ganz andere sache. "verhalte dich menschlich. nicht wie ein volldiot.", murmelte ich zu mir selbst. du schauckelst das. es ist fast 2 monate her. du kriegst das hin.
zum glueck war mein selbstwertgefuehl so hoch...
"Hey!" brachte ich schliesslich heraus und blieb stehen. "Wie ihr einfach da seit!"
Ich lachte. diesmal sogar ehrlich, denn die ironie dieses moments war einfach zu deutlich.
ich versuchte so unbefangen wie moeglich zu klingen. ich hatte keine ahnung wie er reagieren wuerde. seitdem hatte wir schliesslich nicht mehr wirklich viel miteinander gesprochen, und ich konnte mir in diesem moment wirklich jede reaktion vorstellen.
wuerde er mich einfach ignorieren? wuerde er mich auslachen? wuerde er entsetzt sein?
als er merkte, das er mit dem "hey" gemeint war, sah er hoch.
sein gesichtsausdruck war undeutbar. eine mischung aus zweifel und ueberraschung.
"cadee?", fragte er unglaeubig.
Ich laechelte.
dann fing er sich, stand auf und umarmte mich. sein bruder sass neben ihm, den hatte ich zuvor noch nie gesehen und so winkte ich verschuechtert und stellte mich vor.
Er grinste, stand auf und umarmte mich ebenfalls. was fuer eine herzliche familie...
ich stellte meinen begleiter ebenfalls vor und die zwei jungs fingen ploetzlich an sich zu unterhalten. ich schaltete in diesem moment nicht wirklich ueber was, ich war viel zu verbluefft. da standen die zwei gruende fuer meinekopfschmerzen und unterhielten sich ganz locker ueber gott weiss was.
doch lange innehalten blieb mir nicht, denn sein bruder quatsche mich an und wollte anscheinend eine antwort. ich schaltete wieder in normal modus und quatsche mit ihm. der war ja nett! eigentlich waren sie das alle drei. war alles wieder cool?
war das alles real?
wo waren die kameras?
war mein leben wirklich so eine scheiss reality show?
als deren andere freunde kamen verabschiedeten wir anderen zwei uns zu einer der couches.
ich wusste nur eins: ich brauchte meinen besten freund. und mein bester freund hies in dieser situation tequila.
ich hängte mich an ihn dran und versuchte das gerade erlebte irgendwie zu verarbeiten. immerhin hatte ich mich ja mit den anderen zwei richtig gut unterhalten. also ganz normal jedenfalls.war also alles vergessen?
eigentlich haette es kein besseres aufeinander treffen geben koennen.. ich konnte durchatmen. der trouble und der herzschmerz von damals waren vergessen. nicht nur meine gefuehlswelt war wieder im einklang, nein auch zwischenmenschlich schien alles im lot zu sein.
no hard feelings - wie unsoapig.
jetzt hatte ich nur noch die fronten mit dem kerl neben mir zu klaeren. ich grinste ihn an, er grinste zurueck. und irgendwie schien in diesem moment alles viel leichter zu sein.
auf dem konzert selbst lernten wir dann einen berliner kennen, der uns unter seine fittiche nahm, und so zogen wir ordentlich betrunken durch die strassen berlins.
doch kaum in der bar angekommen, in die uns der berliner verschleppt hatte, war ich abgemeldet.
meine begleitung unterhielt sich nur noch mit dem einheimischen und ich sass an der bar, nippte an meinem getraenk und guckte die musikvideos, die an dem grossen flachbildschirm an der wand hingen. so hatte ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt. hatte der kerl denn ueberhaupt keine marnieren mich ins gespraech mit einzubinden?
ich kam mir vor wie bestellt und nicht abgeholt. ich hatte keine ahnung wie lang wir eigentlich da sassen, der alkohol nahm mir jegliches zeitgefuehl. aufjedenfall zulange. immer wenn ich rueberschaute, musste ich mir selbst eingestehen, das mir diese situation viel zu bekannt vorkam. und ich merkte gemeinsamkeiten, die mir so nie aufgefallen waren. war es das lachen oder die koerpersprache, irgendwas irritierte mich.
kam ich wieder zu dem zurueck, was ich zwei jahre versucht hatte hinter mir zu lassen?
ich schuettelte den kopf. nein nein, das konnte nicht sein, die waren doch voellig unterschiedlich. oder war ich etwa nur meinem "beuteshema" treu geblieben? zurueck zum altbekannten? zurueck zu.... nein. ich wollte schreien um es mir selbst begreiflich zu machen, das er und mein ex nichts gemeinsam hatte. er war doch ganz anders, lieb und hoerte mir zu und wir lachten zusammen und.... huch stimmt ja, das war ja mal. und das hatten ich mit meinem ex am anfang auch gehabt. ich war von mir selbst schockiert. verwirf diesen gedanken, du bist verwirrt!
in meinem kopf drehte sich alles und ich versuchte irgendwie den abend auf die reihe zu bekommen. doch ein klarer kopf war nach 4 tequila und zu viel bier leider irgendwie nicht mehr drin. ich wusste nur eins - ich hatte einen fehler gemacht.
es war alles gut, die fronten waren geklaert und ich konnte mich trotz des vorweinachtlichen troubles wieder ganz normal mit ihnen unterhalten. ganz stink normal. die sache war vergessen, ich hatte mir einfach einen viel zu grossen kopf gemacht. wie sich im nachhinein dann rausstellte, sollte ich mit dieser betrunkenen situationsanalyse recht behalten. alles war wieder in butter, und wir verstanden uns wieder grossartig. sollte noch einmal jemand sagen zeit heilt nicht alle wunden...
-to be continued-